Sie können helfen

Recht auf Zeit.(572x800) Gemälde: „Recht auf Zeit“

Der Lebensarchitektur e.V. ist die einzige Hilfsorganisation in Deutschland, von Menschen gegründet, die selbst in Einrichtungen gelebt haben. Im Mittelpunkt der Lebensarchitektur-Reformpädagogik steht eine professionelle Achtsamkeit und ein Zusammenleben auf Augenhöhe mit den anvertrauten Kindern und Jugendlichen. Institutionelle Stigmatisierungen sind nicht länger hinnehmbar. Sie stellen einen Verstoß gegen die allgemeinen Menschenrechte dar.

Wir fordern die Gleichstellung der Kinder, in Sprache, Haltung und Wertschätzung durch die Erziehungsverantwortlichen, unabhängig davon, ob sie bei ihren Eltern aufwachsen oder in professionellen Hilfen zur Erziehung:

Die Lebensarchitektur-Reformpädagogik verzichtet auf eine Sondersprache für KInder in Einrichtungen. Ein Zuhause kann nicht „stationäres Wohnen“ oder „Gruppe“ heißen. Wenn wir Kinder erziehen, dann gehen wir nicht „in die Arbeit“, sondern kommen in die „Wohngemeinschaft“.  Oder gehen Eltern etwa zu ihren Kindern in die Frühschicht, wenn sie mit ihren Kindern  gemeinsam frühstücken?

Die pädagogischen Fachkräfte der Lebensarchitektur üben ihre Tätigkeit in der Überzeugung aus, dass Kinder und Jugendliche u.a. keine Arbeitsobjekte, Fälle oder Klienten sind. In allen Belangen ist es die Basis der Lebensarchitekturpädagogik, dass Menschen wie Du und ich bleiben, auch und gerade wenn die Eltern Hilfen zur Erziehung erhalten. Die Lebensarchitektur fordert für die professionellen Hilfen zur Erziehung einen Paradigmenwechsel hin zur Normalität, das heißt, weg von vorklinischen und an Defiziten orientierten Zuschreibungen.

Demgegenüber stehen heute immer noch weitverbreitet die professionellen Hilfen in einer wenig reflektierten, defizitorientierten Denktradition, die Kinder meist nonverbal für ihr Schicksal verantwortlich macht. Dabei werden die Kinder – was nur wenige wissen – sogar finanziell haftbar gemacht, § 94  Absatz 6 SGB VIII , wenn die Eltern Hilfen zur Erziehung erhalten.

Unerträgliche lange 30 Jahre nach Einführung des SGB VIII gelang es den großen sozialen Trägern in Deutschland nicht die Reduzierung bzw. Abschaffung der Kinderhaftung für ihre Eltern durchzusetzen. Dies führte maßgeblich 2014 zur Gründung des Lebensarchitektur e.V., nachdem den Kindern, ihren BetreuerInnen und der Einrichtungsleitung von einem namhaften Träger in Deutschland auch noch verboten wurde in den Einrichtungen des Trägers die finanzielle Haftung der Kinder öffentlich zu thematisieren.

Die Lebensarchitektur setzte alle Hebel im Bewegung um auf den Gesetzgeber Einfluss zu nehmen. Von ungezählten Einzelgesprächen mit Abgeordneten in den Parlamenten bis hin zum offenen Appell im April 2021 an alle MinisterpräsidentInnen der 16 Bundesländer zur Abschaffung der Kostenbeitragspflicht der Kinder und Jugendlichen in Einrichtungen. Mehrere Fernsehbeiträge berichteten außerdem über die Forderung der Lebensarchitektur. So konnte im Mai 2021 die bis zuletzt vakante Zustimmung des Bundesrates zu einer Beitragsreduzierung von 75% auf 25% als ein erster Schritt erreicht werden.

Schmerzhaft bleibt, dass die Kinder, deren Eltern Hilfen zur Erziehung erhalten, dafür weiterhin 25% ihrer Ausbildungsvergütungen abgeben müssen.

siehe u.a., z.B.: Medienberichte zur Lebensarchitektur in der ARD https://www.br.de/mediathek/video/die-story-zur-armut-verdammt-av:5d2f8503b10388001af7108c

Wortlaut des Offenen Appells an die Ministerpräsidentinn/en und Bürgermeister der 16 Bundesländer

In vielen Gesprächen offenbart sich bis heute ein irreales Bild vom sog. Heimkind, das angeblich selbst schuld ist. „Hätte sich das Kind benommen, wäre es nicht ins Heim gekommen“, argumentieren Befürworter der Kinderhaftung zu den pädagogischen Hilfen für die Eltern.

Professionelle Hilfen unterstützen darüber hinaus solche Zerrbilder durch eine pathologisierende Berufssprache und einem klinischen Arbeitsverständnis, in dem die Kinder aufwachsen. „Heim“ ist immer noch die gebräuchliche Markierung des Wohnortes für Kinder, wenn die Eltern Erziehungshilfen erhalten. Die Reformpädagogik der Lebensarchitektur setzt dem eine „Pädagogik der Normalität“ (Paradigma der Normalität) entgegen.

Normalität beginnt bei der Architektur, betonen der Vorstand der Lebensarchitektur Malte Siebert und Bernhard Santiago Kuhn.

Massenunterkünfte schaffen Brennpunkte und generieren hohe Umsätze. Sie sind jedoch nicht geeignet ein familiennahes und stabiles Aufwachsen von Kindern zu unterstützen.

Daher lehnt die Lebensarchitektur Heimanlagen grundsätzlich ab und bietet ausschließlich übliche Familienhäuser für ein normales Aufwachsen der Kinder an.

Es hilft auch nicht den Kindern, wenn vor dem Haus in dem sie oftmals viele Jahre wohnen, große Schilder der sozialen Trägerorganisationen prangen und die Lebenssituationen der Kinder weithin sichtbar outen. Auch hier bleibt Empathie und Achtsamkeit der Verantwortlichen gegenüber den Kindern (die sich in einer unverschuldeten Lebenslage befinden) auf der Strecke.

Die Qualität der professionellen Hilfen ist danach zu beurteilen, wie es gelingt mit den anvertrauten Kindern Normalität an Eltern Statt zu leben. Vergleichsmaßstab sind dafür Kinder, die bei ihren Eltern aufwachsen und nicht Institutionen wie Krankenhäuser, die nach „ambulant“ oder „stationär“ sortieren. Kinder und Jugendliche haben einen Namen und sind in einer professionellen Pädagogik, die ressourcenorientiert ausgerichtet ist, keine „Fälle“ oder „Klienten“! „Fallbesprechungen“ darf es in Einrichtungen mit Kindern und Jugendlichen, die Professionalität beanspruchen, nicht länger geben. z.B. kann eine Besprechung auch „Kind im Mittelpunkt“ heißen, ohne dass ein ständiger pathologischer Unterton gegenüber den Kindern angeschlagen wird.

Es heißt: Kinder sind unsere Zukunft! – Kinder werden so, wie wir sie prägen! Sie werden inklusiver Teil unserer Gesellschaft oder exklusiver Teil. Ein Mainstream von Hilfen zur Erziehung muss sich fragen lassen, ob sie durch ihre Haltungen gegenüber den anvertrauten Kindern zur Exklusion der Kinder maßgeblich beitragen?

Sie können helfen! Unterstützen Sie die Lebensarchitektur-Reformpädagogik! Damit Kinder und Jugendliche nicht exklusiv am Rand, sondern inklusiv in der Mitte unserer Gesellschaft aufwachsen!

Unser Spendenkonto lautet:

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BIC: GENODEF1GAP
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  • einen Jahresbericht zu unseren aktuellen Projekten
  • den jährlichen Lebensarchitektur-Kunstkalender
  • eine jährliche Spendenbescheinigung mit der Sie Ihren Patenschaftbeitrag in Ihrer Steuererklärung steuermindernd geltend machen können.

Um Pate zu werden, füllen Sie bitte den Antrag aus und schicken Sie ihn per Mail an: info@lebens-architektur.org

Der Antrag

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Auch beim Einkaufen in Online-Shops können Sie ohne Zusatzkosten einen Teil Ihres Einkaufs spenden.

Dafür sind wir sowohl bei Amazon Smile als auch bei Gooding registriert. Amazon spendet bei Einkäufen über amazon.smile 0,5% der Einkaufsumme an uns, bei Gooding variiert der Anteil je nach Online-Shop. Einen Überblick der teilnehmenden Shops findet man auf der Gooding-Seite.

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Für unsere im Start befindlichen Einrichtungen benötigen wir unbeschädigte Möbel, Geschirr, Küchenutensilien und andere Gegenstände des täglichen Lebens. Wenn Sie etwas spenden möchten, wenden Sie sich bitte an info@lebens-architektur.org.

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Über das eigene Leben hinaus Kindern und Jugendlichen helfen, die nicht auf Eltern zurück greifen können. Sie geben Kindern und Jugendlichen ein dauerhaftes Zuhause und einen Platz in unserer Gesellschaft.

Stiften Sie heute – zu Lebzeiten – und erleben Sie selbst wie Ihre Stiftung den Kindern und Jugendlichen von Lebensarchitektur e.V. hilft. Unsere juristischen Experten beraten Sie!

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In vielen Bereichen ist ehrenamtliche Mitarbeit möglich. Melden Sie sich unter: Kontakt

 

Zahlen und Fakten:

Hilfen zur Erziehung haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine immer größere Bedeutung erlangt. Mit einer Gesamtzahl von 1.083.177 betroffener Kinder und Jugendlichen, deren Eltern 2016 eine Hilfe zur Erziehung in Anspruch genommen haben, wurde ein neuer Höchststand ermittelt. Bereits 2012 wurde erstmals die Millionen-Grenze bei der Zahl der Adressat(inn)en durchbrochen (Quelle)
Erstaunlicherweise behauptet auch diese namhafte Quelle, in unzutreffender Weise, dass minderjährige Kinder und Jugendliche „eine Hilfe zur Erziehung in Anspruch genommen haben“ und fördert damit ein Bild vom jungen Menschen, der seine Situation selbst verschuldet hat. Tatsächlich sind es die Eltern, die Hilfen zur Erziehung in Anspruch nehmen. Viele junge Menschen wären liebend gerne, erfolgreich, wie viele andere Kinder, ohne den Anspruch ihrer Eltern auf Hilfen zur Erziehung, aufgewachsen.
Zwei Drittel (65%) der jungen Menschen in professioneller Erziehung waren 2016 männlich – der Anteil männlicher Kinder und Jugendlicher in professioneller Erziehung ist gestiegen: 2011 lag ihr prozentualer Anteil bei 54%. (Quelle)
2016 wurden in Deutschland insgesamt 36.754 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (ohne Tageseinrichtungen für Kinder) vom Statistischen Bundesamt erfasst. Dort wohnten 2016, gemessen an der genehmigten Platzzahl, ca. 300.000 betroffene Kinder und Jugendliche im Jahr. Das entspricht im Jahr der Bevölkerungszahl einer deutschen Großstadt, die von professionellen Hilfen strukturell in Krankenhausnähe gerückt und mit einem Sonderstatus versehen werden, den niemand für sich selbst gelten lassen will. Wenn wir es über Jahrzehnte betrachten, sind es Millionen Kinder in Deutschland, die in professioneller Ausgrenzung aufwachsen. Es ist höchste Zeit daran etwas zu ändern.
Wer sich in einer Gesellschaft ständig ausgegrenzt erlebt, neigt eher dazu eines Tages gegen die Ausgrenzung zu rebellieren oder anfällig für extreme Denkrichtungen werden. Vieles hängt davon ab, inwieweit professionelle Institutionen lernfähig sind und nicht kraft Größe und Position sich vermeintlich im Recht und legitimiert glauben. Ein Vertreter eines Landesjugendamtes kommentierte lapidar gegenüber der Lebensarchitektur: „Wir haben andere Probleme“

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