Sie können helfen

Recht auf Zeit.(572x800) Gemälde: „Recht auf Zeit“

Der Lebensarchitektur e.V. ist die einzige Hilfsorganisation in Deutschland, von Menschen gegründet, die selbst in Einrichtungen gelebt haben. Zum ersten Mal wird damit eine Pädagogik aus den eigenen Erfahrungen begründet. Ein Zuhause kann z.B. nicht „stationäres Wohnen“ oder „Gruppe“ heißen. Wenn wir Kinder erziehen, dann gehen wir nicht „in die Arbeit“, sondern kommen in die „Wohngemeinschaft“ oder gehen nicht in die Frühschicht, wenn wir gemeinsam „Frühstücken“ meinen. Die pädagogischen Fachkräften der Lebensarchitektur üben ihre Tätigkeit in der Überzeugung aus, dass Kinder und Jugendliche u.a. keine Arbeitsobjekte, Fälle oder Klienten sind. In allen Belangen ist es die Basis der Lebensarchitekturpädagogik, dass Menschen wie Du und ich bleiben, auch und gerade wenn die Eltern Hilfen zur Erziehung erhalten. Die Lebensarchitektur fordert für die professionellen Hilfen zur Erziehung einen Paradigmenwechsel hin zur Normalität, das heißt, weg von vorklinischen und an Defiziten orientierten Zuschreibungen.

Demgegenüber stehen heute immer noch weitverbreitet die professionellen Hilfen in einer wenig reflektierten, defizitorientierten Denktradition, die Kinder meist nonverbal für ihr Schicksal verantwortlich macht. Dabei werden die Kinder – was nur wenige wissen – sogar finanziell haftbar gemacht, § 94  Absatz 6 SGB VIII , wenn die Eltern Hilfen zur Erziehung erhalten.

Unerträgliche lange 24 Jahre nach Einführung des SGB VIII gelang es den großen sozialen Trägern in Deutschland nicht, die Reduzierung bzw. Abschaffung der Kinderhaftung für ihre Eltern durchzusetzen. Dies führte maßgeblich zur Gründung des Lebensarchitektur e.V., nachdem den Kindern, ihren BetreuerInnen und der Leitung sogar verboten wurde im Namen des Trägers die Haftung der Kinder zu thematisieren.  Nach 7 Jahren seit Gründung der Lebensarchitektur 2014 wurde mit Nachdruck und direkter Ansprache der PolitikerInnen in Berlin eine Reduzierung der Kostenbeitragspflicht für Kinder seit Juni 2021 von 75% auf 25% eingefordert und erreicht, siehe u.a., z.B.:

Medienberichte zur Lebensarchitektur in der ARD https://www.br.de/mediathek/video/die-story-zur-armut-verdammt-av:5d2f8503b10388001af7108c

Wortlaut des Offenen Appells an die Ministerpräsidentinn/en und Bürgermeister der 16 Bundesländer

25% müssen Kinder und Jugendlichen dennoch auch jetzt noch nach dem Teilerfolg 2021 nach den Beschlüssen des Bundestages und zuletzt des Bundesrates von ihrer Ausbildungsvergütung an das Jugendamt abgeben. Damit haften weiterhin Kinder und Jugendliche mit ihren Ausbildungsvergütungen für ihre Eltern!

In vielen Gesprächen offenbart sich ein Zerrbild vom sog. Heimkind, das angeblich selbst schuld ist, in den Köpfen mancher Verantwortlichen. „Hätte sich das Kind benommen, wäre es nicht ins Heim gekommen“, lautet eine der schrägen Erklärungen für die Zwangsabgabe der Kinder und Jugendlichen.

Professionelle Hilfen unterstützen darüber hinaus solche Zerrbilder durch eine pathologisierende Berufssprache und einem klinischen Arbeitsverständnis, in dem die Kinder aufwachsen. „Heim“ ist immer noch die gebräuchliche Markierung des Wohnortes für Kinder, wenn die Eltern Erziehungshilfen erhalten. Lebensarchitektur setzt dem eine „Pädagogik der Normalität“ (Paradigma der Normalität) entgegen.

Ein Zuhause für Kinder darf nicht mit einer Sondersprache etikettiert werden, wenn Kinder nicht bei ihren Eltern aufwachsen können. z.B. „Gruppe“, „Heim“, „Waisenhaus“, „stationäres Wohnen“ sind Bezeichnungen einer professionellen Ausgrenzung von Kindern.  Es ist paradox, wenn die Profession, die den Kindern helfen will, durch ihre eigenen Haltungen die Stigmatisierung, der ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen in die Gesellschaft transportiert.

Die Lebensarchitektur stellt ausschließlich normale Familienhäuser für ein normales Aufwachsen der Kinder zur Verfügung. Brennpunkte sind dafür kein geeigneter Ort. Die Qualität der professionellen Hilfen ist danach zu beurteilen, wie es gelingt mit Kindern Normalität an Eltern Statt zu leben. Vergleichsmaßstab sind dafür Kinder, die bei ihren Eltern aufwachsen und nicht Institutionen wie Krankenhäuser, die nach „ambulant“ oder „stationär“ sortieren. Kinder und Jugendliche haben einen Namen und sind in einer professionellen Pädagogik, die ressourcenorientiert ausgerichtet ist, keine „Fälle“ oder „Klienten“! „Fallbesprechungen“ dürfen in einer ernsthaft professionellen Pädagogik nicht mehr zugelassen werden. z.B. „Kind im Mittelpunkt“ kann genauso eine Besprechung heißen, ohne dass ein ständiger pathologischer Unterton gegenüber den Kindern angeschlagen wird.

Es heißt: Kinder sind unsere Zukunft! – Kinder werden so, wie wir sie prägen! Sie werden inklusiver Teil unserer Gesellschaft oder exklusiver Teil. Viele professionelle Hilfen müssen sich fragen lassen, ob sie durch ihre Haltungen gegenüber den anvertrauten Kinder zur Exklusion der Kinder maßgeblich beitragen?

Sie können helfen! Für eine professionell andere Pädagogik! Damit Kinder und Jugendliche nicht exklusiv am Rand, sondern inklusiv in der Mitte unserer Gesellschaft aufwachsen. Unterstützen Sie den Lebensarchitektur e.V.!

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Den Antrag bitte per Post oder per Mail an:

An den Vorstand
Lebensarchitektur e.V.
Bernhard Santiago Kuhn
Obere Stadt 73
82362 Weilheim

Mail: info@lebens-architektur.org

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Für unsere im Start befindlichen Einrichtungen benötigen wir viele Möbel, Geschirr, Küchenutensilien und andere Gegenstände des täglichen Lebens. Wenn Sie etwas spenden möchten, wenden Sie sich bitte an info@lebens-architektur.org.

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Zahlen und Fakten:

Hilfen zur Erziehung haben in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine immer größere Bedeutung erlangt. Mit einer Gesamtzahl von 1.083.177 betroffener Kinder und Jugendlichen, deren Eltern 2016 eine Hilfe zur Erziehung in Anspruch genommen haben, wurde ein neuer Höchststand ermittelt. Bereits 2012 wurde erstmals die Millionen-Grenze bei der Zahl der Adressat(inn)en durchbrochen (Quelle)
Erstaunlicherweise behauptet auch diese namhafte Quelle, in unzutreffender Weise, dass Kinder und Jugendliche „eine Hilfe zur Erziehung in Anspruch genommen haben“ und fördert damit ein Bild vom jungen Menschen, der seine Situation selbst verschuldet hat. Tatsächlich sind es die Eltern, die Hilfen zur Erziehung in Anspruch nehmen. Viele junge Menschen wären liebend gerne, erfolgreich, wie viele andere Kinder, ohne den Anspruch ihrer Eltern auf Hilfen zur Erziehung, aufgewachsen.
Zwei Drittel (65%) der jungen Menschen in professioneller Erziehung waren 2016 männlich – der Anteil männlicher Kinder und Jugendlicher in professioneller Erziehung ist gestiegen: 2011 lag ihr prozentualer Anteil bei 54%. (Quelle)
2016 wurden in Deutschland insgesamt 36.754 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (ohne Tageseinrichtungen für Kinder) vom Statistischen Bundesamt erfasst. Dort wohnten 2016, gemessen an der genehmigten Platzzahl, ca. 300.000 betroffene Kinder und Jugendliche im Jahr. Das entspricht im Jahr der Bevölkerungszahl einer deutschen Großstadt, die von professionellen Hilfen strukturell in Krankenhausnähe gerückt und mit einem Sonderstatus versehen werden, den niemand für sich selbst gelten lassen will. Wenn wir es über Jahrzehnte betrachten, sind es Millionen Kinder in Deutschland, die in professioneller Ausgrenzung aufwachsen. Es ist höchste Zeit daran etwas zu ändern.
Wer sich in einer Gesellschaft ständig ausgegrenzt erlebt, neigt eher dazu eines Tages gegen die Ausgrenzung zu rebellieren oder anfällig für extreme Denkrichtungen werden. Vieles hängt davon ab, inwieweit professionelle Institutionen lernfähig sind und nicht kraft Größe und Position sich vermeintlich im Recht und legitimiert glauben. Ein Vertreter eines Landesjugendamtes kommentierte lapidar gegenüber der Lebensarchitektur: „Wir haben andere Probleme“

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