Unser Leitbild

Präambel

Wir sind ein gemeinnütziger Verein der Kinder- und Jugendhilfe, gegründet von Menschen die in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfen gelebt haben und ihre eigenen Erfahrungen zum Wohl und Erfolg heutiger Generationen in den Einrichtungen einbringen.

Wir sind überparteilich, überkonfessionell und vertreten ein humanistisches Weltbild. Die lange Friedensperiode in Mitteleuropa wird gewährleistet durch den übergeordneten Rang der UN-Menschenrechte für alle Weltanschauungen und Religionen. Im Zuge verstärkter Hilfen für minderjährige Flüchtlinge gewinnt die Vermittlung dieser Grundlage eine besondere Bedeutung für den Konsens in der Gesellschaft und erfordert eine frühe Benennung bei Versuchen, die demokratische, an Menschenrechten ausgerichtete Gesellschaft, der Legitimation durch eine Religion oder Weltanschauung zu unterwerfen.

In besonderer Weise gestalten die Erfahrungen und Kompetenzen derer, die selbst in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe aufgewachsen sind,  die Aktivitäten und Handlungsfelder von Lebensarchitektur.

Alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrer Herkunft und Religionszugehörigkeit haben ein Recht auf Unterstützung und Hilfe für eine erfolgreiche Zukunft.

Maßgeblich ist für uns nicht danach zu fragen, wo ein Kind oder Jugendlicher herkommt, sondern wie wir sie bei der Verwirklichung ihrer legitimen Ziele erfolgreich unterstützen können.

Lebensarchitektur und ihre Betreuten

Unser Ziel ist in der Kinder- und Jugendhilfe eine Umgebung zu schaffen, in der es für Kinder und Jugendliche keinen herausgehobenen oder sichtbaren Unterschied zur Familie gibt.  Darin sehen wir die besten Chancen, junge Menschen in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr Leben wertvoll zu erleben und zu gestalten.

Wir wollen Kindern und Jugendlichen Zugang zu Bildung, Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe ohne Stigmatisierungen und vorschnelle Zuschreibungen ermöglichen.  Weitere Schwerpunkte unserer Dienstleistungen sind die Förderung von Bildung, Sprachkursen und Freizeitaktivitäten.

Im Alltag wird eine aktive und nachweisliche Beteiligung der Kinder und Jugendlichen gelebt und damit die Kinder und Jugendlichen zu einem mündigen und selbstbewussten Teil unserer Gesellschaft erzogen.

Das Kindeswohl steht an oberster Stelle und wird neben den allgemeinen Grundsätzen durch Schulungen der Mitarbeiter/innen zum Umgang bei Bekanntwerden von Kindeswohlgefährdungen abgesichert.

Für den Erfolg unserer Hilfen für Kinder und Jugendliche ist die Einbeziehung des Herkunftssystems und des Sozialraums unverzichtbar.

Lebensarchitektur und Auftraggeber

Unseren Auftraggebern bieten wir höchstmögliche Transparenz sowie Überprüfbarkeit unserer Arbeit.

Wir achten darauf, Auftraggebern und Nutzern unserer Dienstleistungen in ihren Erwartungen gleichermaßen gerecht zu werden.

Lebensarchitektur und Partner

Wir suchen die Kooperation mit anderen Organisationen, Partnern und Einrichtungen zur Erreichung gemeinsamer Ziele und eines nachhaltigen Erfolges der Kinder- und Jugendhilfe.

Lebensarchitektur und Mitarbeiter/innen

Als Mitarbeiter/innen leben wir wertschätzende und kollegiale Unterstützung und bieten dafür einen Rahmen in anerkannten Qualitätsmanagementstrukturen.

Wir fördern die fachliche und persönliche Entwicklung unserer Mitarbeiter/innen. Lebensarchitektur fördert dazu ausdrücklich Führungskompetenzen und fachliches Know-how als Grundlage professioneller und gelingender Pädagogik.

Alles Handeln basiert auf der Vermittlung einer professionellen Nähe-Distanz-Beziehung zu Kindern und Jugendlichen, bei der Machtmissbrauch, die Ausnutzung von Betreuungsverhältnissen und sexuelle Beziehungen von Betreuer/innen mit Betreuten keine Toleranz erfahren.

Unser Ziel ist es, unseren Mitarbeiter/innen eine gute Work-Life-Balance zu ermöglichen.

Lebensarchitektur und Qualität

Wir streben nach besonderen Leistungen und höchster Qualität. Es ist für uns eine bindende  Verpflichtung, durch unsere Arbeit beste Ergebnisse zu erzielen. Um Qualität zu sichern, überprüfen wir unsere Arbeit, hinterfragen uns, und lassen uns kritisch hinterfragen.

Lebensarchitektur achtet darauf, dass bei den Hilfen für die Kinder und Jugendliche keine zusätzliche Stigmatisierung durch exklusive Heimsprache stattfindet. Die Pädagogik wird dabei ohne klinische Zuschreibungen wie z.B. „stationäre oder ambulante Hilfen“ geleistet. Ebenso wird auf Sonderzuschreibungen und Herausheben von Arbeitskontexten wie z.B. „Gruppe“, „Fall“ und „Schicht“, verzichtet, die die ohnehin erschwerten Lebensumstände abermals herausstellen und damit ein normales Aufwachsen erschweren.

Handlungsziel des Lebensarchitektur e.V. ist es, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft die gleichen Chancen und gleiche Würde bei einer Grundannahme von Normalität bei allen Hilfen erhalten.

Wir verstehen in besonderer Weise durch unsere eigenen Erfahrungen, was Kinder und Jugendliche bewegt und können uns daher in besonderer Weise in ihre Lage versetzen.

Wir bieten damit professionelle Pädagogik, bei der Erziehung in erster Linie aus Interesse am Menschen erfolgt und dem legitimen Gelderwerbscharakter der Tätigkeit mit seinen typischen Arbeitsmerkmalen den Empfindungen und Interessen der Betreuten untergeordnet wird.  Erziehung erfolgt aus Überzeugung und durch eine dem Kind zugewandte, innere Haltung.

Lebensarchitektur und Nachhaltigkeit

Alle Kinder und Jugendlichen haben auch nach ihrem Auszug die Möglichkeit selbst zu bestimmen, wie und wie oft sie weiteren Rückhalt und Kontakt mit der Einrichtung des Lebensarchitektur e.V. suchen und halten wollen.

Pädagogik ist damit auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und im weitesten Sinne eine Leistung, die nicht am Tag des Auszuges endet.

Darüber hinaus versteht sich der Lebensarchitektur e.V. als Netzwerk für Betreute und ehemals Betreute. Die allen Betreuten zugrundeliegende Erfahrung, dass sie unverschuldet nicht bei ihren Eltern leben konnten, wird durch ein Netzwerk auf allen Ebenen und mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten aufgegriffen, damit für die Betreuten nachhaltig ein Platz in der Mitte und nicht am Rand unserer Gesellschaft sichergestellt werden kann.

Weiterentwicklung des Leitbildes

Wir alle sind verantwortlich, unser Leitbild umzusetzen, es zu verwirklichen und es weiter zu entwickeln. Das Leitbild ist dabei offen für die Einflüsse einer sich weiter entwickelnden Gesellschaft.

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